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Re: Frauenmilch-Bankette in China

Verfasst: Mittwoch 25. März 2026, 03:09
von MMBB
Woland hat geschrieben: Dienstag 24. März 2026, 21:35
MMBB hat geschrieben: Mittwoch 18. März 2026, 05:27Die Eskapaden Cixi's werden diskutiert, weil sie außergewöhnlich waren.
Zumindest in diesem Kontext muss hinzugefügt werden, dass sie NICHT die Kaiserin Chinas war, sondern nur eine der Konkubinen des vorletzten Kaisers, die das Glück hatte, den letzten Kaiser zu gebären.
Das geht weit weg vom Thema des Forums, aber: Sie war Konkubine des Xianfeng-Kaisers, Mutter des späteren Tongzhi-Kaisers, nach Xianfengs Tod in den Rang der Kaiserinwitwe erhoben, also defacto Kaiserin (auch wenn die konfuzianische Vorstellung das eigentlich formell nicht zulassen wollte - aber sie hatte einige Präzedenzfälle als Vorbilder). Sie hielt sich danach an der Macht, überlebte den Guangxu-Kaiser und hatte selbst bei der Inthronisation des Xuantong-Kaisers ihre Finger im Spiel (das ist das Kind Puyi, die Hauptfigur des "letzten Kaisers").

Kurzbio für interessierte: https://de.wikipedia.org/wiki/Cixi
Woland hat geschrieben: Dienstag 24. März 2026, 21:35 In dem berühmten (und sehr guten) Film "Der letzte Kaiser" gibt es eine herausgeschnittene Szene, wo ein Hofbediensteter eine stillende Mutter von der Straße wegfing, ihren Säugling dem verdutzten Vater in die Hand drückte und die Mutter dann in den Palast entführte. Weder Vater noch Mutter wagten irgendwelchen Widerstand. Dann folgte eine Szene, wo diese Frau dem (bereits) 8 Jahre alten Kaiser die Brust gab.
Wenn ich mich richtig erinnere, gab es zwei Szenen.
Eine, bei der Ammen am Kaiserhof ausgesiebt werden; ein grinsender alter Beamter melkt eine Brust in Großaufnahme und begutachtet die Qualität. Die Szene wurde auch in der gängigen Kino- und Fernsehversion geschnitten.

https://www.schnittberichte.com/schnitt ... ?ID=325841
https://www.schnittberichte.com/pics/SB ... 841/39.jpg
https://www.schnittberichte.com/pics/SB ... 841/40.jpg
https://www.schnittberichte.com/pics/SB ... 841/41.jpg

Die zweite Szene war, wenn ich mich richtig erinnere, die Wiedervereinigung mit seiner Amme Ar Mo (i.e. Wang Lianshou), die aus dem Palast entfernt wurde, weil sie ihm zu nahe stand und Cixi ihren Einfluss missbilligte. Die Stillszene (ohne Milch) ist eine Erinnerung an die Kindheit und ein endgültiger Abschied.

Der eigentliche Punkt, um den es mir bei der Frage oben ging:

China steht in den WHO Statistiken zur Stillbereitschaft ziemlich mies da. (Ich bilde mir ein, dass das mit Brustkrebsrisiko korelliert, müsste es aber nachsuchen.) In Hong Kong habe ich in den letzten Jahren mehr Advertisement für Stillen und weniger Milchersatznahrung gesehen, ich glaube, da wird versucht, etwas daran zu ändern. Japan steht dem ganzen zwar positiv gegenüber, hat aber - zumindest öffentlich - eine sehr strikte Trennung, was Mutterrolle und Erotik angeht. (Die Pornos geben da eine völlig falsche Vorstellung, aber darum gibt es sie wohl eben auch.) Über Korea lohnt es sich nicht zu reden.

Die einzige Kultur, von der ich gehört habe, dass es da weniger Berührungsängste gibt, war die mongolische. Irgendwie gibt es da die Idee, das Dschinghis-Khan durch Muttermilch zum großen Krieger geworden sei, und die Idee ist: Was für den Khan nicht verkehrt war, kann auch für andere nicht falsch sein. Das wird aber - meines Wissens - weniger erotisch gesehen, sondern eher ... zweckmäßig? (Kann Mongolisch nicht wirklich lesen.)

Natürlich gibt es Prostitution und Pornografie, und die prägen die Vorstellungen im Ausland. Genauso wie irgendwelche Berichte von Reisenden, die oft nur einen Teil verstehen oder Sachen verzerrt wiedergeben.

Die Ausgangsaussage war, dass das Erwachsenenstillen in Ostasien weit verbreitet und willkommen sei. Das kann ich nach meiner - natürlich ebenfalls beschränkten - Erfahrung so nicht bestätigen. Es kommt mir eher wie Wunschprojektion vor, aber ich lasse mich auch eines Besseren belehren. Meiner derzeitigen Ansicht nach ist die Chance, eine ESB zu finden und zu leben im Westen wesentlich höher, weil es z.B. keine so rigiden gesellschaftlichen moralischen Normen gibt, die Menschen sich mehr trauen, ihre individuellen Lebensentwürfe zu leben, und auch weil das Stillen positiver gesehen wird und verbreiteter ist als in Ostasien.

Re: Frauenmilch-Bankette in China

Verfasst: Mittwoch 25. März 2026, 17:21
von Fritz
MMBB hat geschrieben: Mittwoch 25. März 2026, 03:09China steht in den WHO Statistiken zur Stillbereitschaft ziemlich mies da. (Ich bilde mir ein, dass das mit Brustkrebsrisiko korelliert, müsste es aber nachsuchen.)
Das (Korrelation mit Brustkrebsrisiko) stimmt defitiv, und aus China kommt auch die berühmte Studie mit den Bootsfrauen: Nur aus dem Kopf - es ging um eine recht gut abgrenzbare Volksgruppe mit wenig genetischem Austausch zu den umliegenden anderen Volksgruppen. Die lebten als Fischer auf Booten, wobei die Frauen auch beim Rudern ihre Säuglinge mit sich führten. Das Interessante dabei war, dass sie einseitig ruderten und dabei die Seite nicht wechselten. Hatten sie einen Säugling dabei, kriegte der die stets (nur) freie andere Brust; das heißt, dre Frau ruderte und das Baby konnte währenddessen an der freien Brust trinken.
So, nun entwickelten die Frauen dieses Volks nur an der ungenutzten Brust Brustkrebs. Eventuell absolut mehr als bei den umliegenden Volksgruppen, was der Grund für diese Studie gewesen sein könnte. Das hat man statistisch möglichst genau erfasst. Hinzu kam, dass man früher in China nur wenig Brustkrebs kannte und der gewöhnlich nur bei reichen Frauen vorkamen, die das Stillen an Ammen delegiert hatten. Da gabs wohl auch die Formulierung "die Krankheit der reichen Frauen". Diese Einzelbeobachtungen, reiche versus arme Frauen und Bootsfrauen versus andere Frauen, ergaben dann am Ende die Schlussfolgerung, dass Stillen protektiv gegen Brustkrebs ist.
Der Hintergrund ist wohl, dass die Milchdrüsen ein sehr aktives Gewebe sind, und der Zellstress beim Entwickeln/Rückentwickeln erhöht die Wahrscheinlichkeit für entartete Krebszellen.
Sehr gute und sehr interessante Studie!
Bei uns kommt ganz sicher hinzu, dass Frauen wegen der wenigen Schwangerschaften extrem viele Zyklen im Leben haben, wo sich jedesmal Drüsengewebe aufbaut und wieder abbaut (Zellstress, s.o.). Wer also als Paar stillt, wird besonders heute das Brustkrebsrisiko nicht unbedeutend senken.
MMBB hat geschrieben: Mittwoch 25. März 2026, 03:09Die Ausgangsaussage war, dass das Erwachsenenstillen in Ostasien weit verbreitet und willkommen sei.
Das halte ich ebenfalls für Unfug - aber ich habs auch gar nicht so absolut herausgelesen, eher, dass es etwas weniger tabuisiert ist, wenn es die Idee im Hinterkopf gibt, das wäre "eigentlich" ganz gesund so. Auf diese Weise baut man sich gedanklich ein Brückchen, man soll oder kann "eigentlich" eine ganze Menge Dinge tun, die dann doch nicht getan werden. Oder umgekehrt, man tut Dinge, die in keiner öffentlichen Diskussion auftauchen. Frag nur mal jemanden, ob er masturbiert ;-)

Nachtrag:

Weiß jemand, welche DVD-Fassung von "Der letzte Kaiser" ungekürzt ist? - Diesen Film würde ich mir auch so ganz gerne noch einmal anschauen, und wenn, dann natürlich lieber die ungekürzte Fassung. Und dann gabs auch noch einen Film, der gar nichts mit unserem Thema zu tun hatte, der die Kulturrevolution thematisiert. Der ist auch auf meiner Liste. ZWei Freunde desertierten aus der Armee Chiang Kai-sheks und traten, wurden von den kommunistischen Soldaten wunderbarerweise in Ruhe gelassen - und dann gehts um deren weiteres Leben. Da war eine Szene drin, wo junge Krankenschwester den Professor mit Schimpf und Schande verjagt hatten und dann bei einer Geburt (?) versagten und verzweifelt den gedemütigten alten Professor zurückholten. Diese Szene hatte mich sehr ebeindruckt, aber ich kann mich an den Namen des Films leider nicht mehr erinnern.

Re: Frauenmilch-Bankette in China

Verfasst: Donnerstag 26. März 2026, 09:54
von MMBB
Fritz hat geschrieben: Mittwoch 25. März 2026, 17:21
MMBB hat geschrieben: Mittwoch 25. März 2026, 03:09China steht in den WHO Statistiken zur Stillbereitschaft ziemlich mies da. (Ich bilde mir ein, dass das mit Brustkrebsrisiko korelliert, müsste es aber nachsuchen.)
Das (Korrelation mit Brustkrebsrisiko) stimmt defitiv, und aus China kommt auch die berühmte Studie mit den Bootsfrauen: ...
Die ist mir nicht bekannt. "Bootsfrauen" sind nicht zufällig indonesisch oder malayisch? Die "Orang suku laut" sind Bootnomaden, das könnte hier passen.

Fritz hat geschrieben: Mittwoch 25. März 2026, 17:21 Weiß jemand, welche DVD-Fassung von "Der letzte Kaiser" ungekürzt ist?
Probier es mal hier:

https://www.medienversand.at/Der-letzte ... -ray/44377

Fritz hat geschrieben: Mittwoch 25. März 2026, 17:21 Und dann gabs auch noch einen Film, der gar nichts mit unserem Thema zu tun hatte, der die Kulturrevolution thematisiert. Der ist auch auf meiner Liste. ZWei Freunde desertierten aus der Armee Chiang Kai-sheks und traten, wurden von den kommunistischen Soldaten wunderbarerweise in Ruhe gelassen - und dann gehts um deren weiteres Leben. Da war eine Szene drin, wo junge Krankenschwester den Professor mit Schimpf und Schande verjagt hatten und dann bei einer Geburt (?) versagten und verzweifelt den gedemütigten alten Professor zurückholten. Diese Szene hatte mich sehr ebeindruckt, aber ich kann mich an den Namen des Films leider nicht mehr erinnern.
Die Beschreibung weicht ein wenig davon ab, aber vielleicht meinst du diesen hier:

„Leben“ / „To Live“ (Huózhe, 1994) von Zhang Yimou

https://www.imdb.com/de/title/tt0110081/ :rtfm:

Da gibt es so eine Szene mit dem Arzt im Krankenhaus. Aber nicht die Deserteure der Armee Chiangs.

Re: Frauenmilch-Bankette in China

Verfasst: Donnerstag 26. März 2026, 13:26
von Fritz
Ich bin mir nicht sicher, ob es diese Studie hier war, aber die habe ich auf die Schnelle gefunden:
Lancet. 1977 Jul 16;2(8029):124-7.
Unilateral breast-feeding and breast cancer.
Ing R, Petrakis NL, Ho JH.

Women of fishing villages in Hong Kong by custom breast-feed with only the right breast. The hypothesis that the unsuckled breast may have an altered risk of cancer development was investigated. Records of the radiotherapy divisions in Hong Kong between 1958 and 1975 were searched, and breast-cancer patients were interviewed for a detailed history of lactation. The overall left/right ratio of cancer in the breasts of 2372 women with unilateral breast carcinoma was 0-97, indicating that breast cancer was equally distributed between the two sides. Of 73 patients with a history of exclusively one-sided breast-feeding, 27 of 34 patients aged 55 or over (79-4%) and 19 of 39 patients under age 55 (48-7%) had a carcinoma in the unsuckled breast. Comparisons of patients who had nursed unilaterally with nulliparous patients and with patients who had borne children but had not breast-fed indicated a highly significant increased risk of cancer in the unsuckled breast. No statistically significant differences in laterality of breast cancer were found in 52 patients who had for convenience nursed to a greater extent from one side than the other. This study indicates that in post-menopausal women who have breast-fed unilaterally, the risk of cancer is significantly higher in the unsuckled breast and that breast-feeding may help to protect the suckled breast against cancer.

PMID: 69205 [PubMed - indexed for MEDLINE]
Übersetzung hat geschrieben:Lancet. 16. Juli 1977; 2(8029):124-7.
Einseitiges Stillen und Brustkrebs.
Ing R, Petrakis NL, Ho JH.

Frauen in Fischerdörfern in Hongkong stillen traditionell ausschließlich mit der rechten Brust. Die Hypothese, dass die nicht gestillte Brust ein verändertes Risiko für die Entstehung von Krebs aufweisen könnte, wurde untersucht. Es wurden die Aufzeichnungen der Strahlentherapieabteilungen in Hongkong aus den Jahren 1958 bis 1975 ausgewertet, und Brustkrebspatientinnen wurden zu ihrer detaillierten Stillgeschichte befragt. Das Gesamtverhältnis von Krebserkrankungen an der linken bzw. rechten Brust bei 2372 Frauen mit einseitigem Brustkarzinom betrug 0:97, was darauf hindeutet, dass Brustkrebs gleichmäßig auf beide Seiten verteilt war. Von 73 Patientinnen mit einer Vorgeschichte ausschließlich einseitigen Stillens wiesen 27 von 34 Patientinnen im Alter von 55 Jahren oder älter (79,4 %) und 19 von 39 Patientinnen unter 55 Jahren (48,7 %) ein Karzinom in der nicht gestillten Brust auf. Vergleiche von Patientinnen, die einseitig gestillt hatten, mit kinderlosen Patientinnen und mit Patientinnen, die Kinder geboren, aber nicht gestillt hatten, zeigten ein hochsignifikant erhöhtes Krebsrisiko in der nicht gestillten Brust. Bei 52 Patientinnen, die aus Bequemlichkeitsgründen überwiegend auf einer Seite gestillt hatten, wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Lateralität des Brustkrebses festgestellt. Diese Studie deutet darauf hin, dass bei postmenopausalen Frauen, die einseitig gestillt haben, das Krebsrisiko in der nicht gestillten Brust signifikant höher ist und dass das Stillen dazu beitragen kann, die gestillte Brust vor Krebs zu schützen.

PMID: 69205 [PubMed - indexed for MEDLINE]

Re: Frauenmilch-Bankette in China

Verfasst: Donnerstag 26. März 2026, 13:32
von Fritz
Die hier ist aber von der Sache her noch interessanter:
The Lancet, Volume 360, Issue 9328, Pages 187 - 195, 20 July 2002
doi:10.1016/S0140-6736(02)09454-0

Breast cancer and breastfeeding: collaborative reanalysis of individual data from 47 epidemiological studies in 30 countries, including 50 302 women with breast cancer and 96 973 women without the disease

Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer

Summary

Background

Although childbearing is known to protect against breast cancer, whether or not breastfeeding contributes to this protective effect is unclear.

Methods

Individual data from 47 epidemiological studies in 30 countries that included information on breastfeeding patterns and other aspects of childbearing were collected, checked, and analysed centrally, for 50302 women with invasive breast cancer and 96973 controls. Estimates of the relative risk for breast cancer associated with breastfeeding in parous women were obtained after stratification by fine divisions of age, parity, and women's ages when their first child was born, as well as by study and menopausal status.

Findings

Women with breast cancer had, on average, fewer births than did controls (2·2 vs 2·6). Furthermore, fewer parous women with cancer than parous controls had ever breastfed (71% vs 79%), and their average lifetime duration of breastfeeding was shorter (9·8 vs 15·6 months). The relative risk of breast cancer decreased by 4·3% (95% CI 2·9—5·8; p<0·0001) for every 12 months of breastfeeding in addition to a decrease of 7·0% (5·0—9·0; p<0·0001) for each birth. The size of the decline in the relative risk of breast cancer associated with breastfeeding did not differ significantly for women in developed and developing countries, and did not vary significantly by age, menopausal status, ethnic origin, the number of births a woman had, her age when her first child was born, or any of nine other personal characteristics examined. It is estimated that the cumulative incidence of breast cancer in developed countries would be reduced by more than half, from 6·3 to 2·7 per 100 women by age 70, if women had the average number of births and lifetime duration of breastfeeding that had been prevalent in developing countries until recently. Breastfeeding could account for almost two-thirds of this estimated reduction in breast cancer incidence.

Interpretation

The longer women breast feed the more they are protected against breast cancer. The lack of or short lifetime duration of breastfeeding typical of women in developed countries makes a major contribution to the high incidence of breast cancer in these countries.
Übersetzung hat geschrieben:The Lancet, Band 360, Ausgabe 9328, Seiten 187–195, 20. Juli 2002
doi:10.1016/S0140-6736(02)09454-0

Brustkrebs und Stillen: Zusammengefasste Neuanalyse individueller Daten aus 47 epidemiologischen Studien in 30 Ländern, darunter 50.302 Frauen mit Brustkrebs und 96.973 Frauen ohne die Erkrankung

Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer

Zusammenfassung

Hintergrund

Obwohl bekannt ist, dass Geburten vor Brustkrebs schützen, ist unklar, ob das Stillen zu diesem schützenden Effekt beiträgt.

Methoden

Individuelle Daten aus 47 epidemiologischen Studien in 30 Ländern, die Informationen zu Stillgewohnheiten und anderen Aspekten der Geburten umfassten, wurden für 50.302 Frauen mit invasivem Brustkrebs und 96.973 Kontrollpersonen zentral gesammelt, überprüft und analysiert. Schätzungen des relativen Risikos für Brustkrebs im Zusammenhang mit dem Stillen bei Frauen mit Geburtenerfahrung wurden nach Stratifizierung nach feinen Unterteilungen von Alter, Parität und Alter der Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes sowie nach Studie und Menopausenstatus ermittelt.

Ergebnisse

Frauen mit Brustkrebs hatten im Durchschnitt weniger Geburten als die Frauen der Kontrollgruppe (2,2 gegenüber 2,6). Zudem hatten weniger gebärende Frauen mit Brustkrebs als gebärende Frauen der Kontrollgruppe jemals gestillt (71 % gegenüber 79 %), und ihre durchschnittliche Stilldauer über die gesamte Lebenszeit war kürzer (9,8 gegenüber 15,6 Monate). Das relative Risiko für Brustkrebs sank um 4,3 % (95 % KI 2,9–5,8; p < 0,0001) pro 12 Monate Stillzeit zusätzlich zu einer Abnahme um 7,0 % (5,0–9,0; p < 0,0001) pro Geburt. Das Ausmaß des Zusammenhangs zwischen Stillen und einem verringerten relativen Brustkrebsrisiko unterschied sich nicht signifikant zwischen Frauen in Industrie- und Entwicklungsländern und variierte auch nicht signifikant nach Alter, Menopausenstatus, ethnischer Herkunft, der Anzahl der Geburten, dem Alter bei der Geburt des ersten Kindes oder einem der neun anderen untersuchten persönlichen Merkmale. Es wird geschätzt, dass die kumulative Brustkrebsinzidenz in Industrieländern um mehr als die Hälfte sinken würde, von 6,3 auf 2,7 pro 100 Frauen im Alter von 70 Jahren, wenn Frauen die durchschnittliche Anzahl an Geburten und die Lebenszeitdauer des Stillens hätten, die bis vor kurzem in Entwicklungsländern vorherrschend waren. Das Stillen könnte fast zwei Drittel dieser geschätzten Verringerung der Brustkrebsinzidenz ausmachen.

Interpretation

Je länger Frauen stillen, desto besser sind sie vor Brustkrebs geschützt. Das Fehlen oder die kurze Stilldauer, wie sie für Frauen in Industrieländern typisch ist, trägt wesentlich zur hohen Inzidenz von Brustkrebs bei.

Re: Frauenmilch-Bankette in China

Verfasst: Donnerstag 26. März 2026, 13:38
von Fritz
MMBB hat geschrieben: Donnerstag 26. März 2026, 09:54 Die Beschreibung weicht ein wenig davon ab, aber vielleicht meinst du diesen hier:

„Leben“ / „To Live“ (Huózhe, 1994) von Zhang Yimou

https://www.imdb.com/de/title/tt0110081/ :rtfm:

Da gibt es so eine Szene mit dem Arzt im Krankenhaus. Aber nicht die Deserteure der Armee Chiangs.
Doch, das müsste der sein! - Im Trailer kam auch die Stelle, wo die sich mit Schattenspiel-Theater Geld verdienen, und außerdem, wie sie sich an der Front ergeben. "Desertieren" war unscharf formuliert.
Danke!

Re: Frauenmilch-Bankette in China

Verfasst: Sonntag 29. März 2026, 21:04
von Woland
Bankett in ... Nevada!

"Das jährliche Burning-Man-Festival in Nevada ist bekannt für seine ausgefallenen Outfits, Kunstinstallationen und Besucher.
Doch beim diesjährigen Festival [2019] tat eine Teilnehmerin etwas, das selbst für Burning Man ungewöhnlich erscheint: Die Unternehmerin Miki Agrawal – die umstrittene Gründerin des Menstruationsunterwäsche-Unternehmens Thinx – gab ihre Brustmilch an andere erwachsene Besucher weiter.
„Ich habe beim Burning Man alle drei Stunden abgepumpt und den Großteil meiner Milch verschenkt“, schrieb Agrawal in der Bildunterschrift eines Instagram-Posts, der am Dienstag, kurz nach Ende des Festivals, veröffentlicht wurde. „Manche tranken gleich vier Unzen in der Hoffnung auf ein Katermittel. Andere wollten sie für ihren Kaffee, um Milchkaffee zuzubereiten. So viele waren begeistert und neugierig, sie zu probieren. Ich habe auch etwas getrunken, als mir das Wasser ausging – es schmeckt wie süße Kokosmilch!“"

https://www.businessinsider.com/thinx-miki-agrawal-breast-milk-burning-man-2017-9

Sie selbst schrieb:

"Beim Burning-Man habe ich alle drei Stunden abgepumpt und den Großteil meiner Milch verschenkt. Manche haben gleich 120 ml auf einmal getrunken, in der Hoffnung, damit ihren Kater loszuwerden. Andere wollten sie für ihren Kaffee, um Latte zu machen. So viele waren begeistert und neugierig, sie zu probieren. Ich habe auch etwas davon getrunken, als mir das Wasser ausging – es schmeckt wie süße Kokosmilch! So viele Leute sagten mir, dass sie keine Ahnung hatten, dass ich alle drei Stunden abpumpen musste, weil sie nicht wussten, dass die Brüste sonst vollgelaufen und extrem schmerzhaft werden – die Art der Natur, Mama und Baby zusammenarbeiten zu lassen :-) Mir wurde klar, dass die meisten Menschen (mich eingeschlossen, bevor ich [mein Kind] Hiro bekam) sehr wenig über Mutterschaft, Geburt und die Zeit nach der Geburt wissen und dass dies Pflichtwissen für alle Menschen sein sollte. Jeder Mensch wurde auf irgendeine Weise geboren und großgezogen, und doch haben selbst die klügsten Menschen keine Ahnung, wie dieser Prozess aussieht. Niemand lernt, wie man Eltern wird, geschweige denn gute Eltern. Es ist Zeit, das zu ändern! Großartige Elternschaft kann die Welt verändern! Bald mehr dazu! (...)"

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