Shatavari (indischer Spargel)

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Christine
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Shatavari (indischer Spargel)

Beitrag von Christine »

Bitte wie bei allen "Naturmitteln" mit den folgenden Informationen etwas vorsichtig umgehen, was "gefühlt" irgendwie wirken soll, ist vom Wert her noch lange nicht mit dem vergleichbar, was gute klinische Tests hergeben. Trotzdem, interessant ist es allemal:

Shatavari (indischer Spargel) gilt im Ayurveda (indische Volksheilkunde) als wirksames Galaktagogum, das die Prolaktinproduktion anregen und so die Milchbildung fördern kann. Studien zeigen angeblich, dass es den Prolaktinspiegel erhöhen, die Milchbildung unterstützen und den Hormonhaushalt allgemein ausgleichen kann (können soll). Es wird oft angewendet bei Kinderwunsch und in den Wechseljahren.

Die Wirkung von Shatavari auf Prolaktin: Steigerung der Milchproduktion: Shatavari wird traditionell eingesetzt, um die Milchmenge bei stillenden Müttern zu erhöhen.
Prolaktin-Anstieg: Eine Studie zeigte, dass Mütter, die 30 Tage lang Shatavari einnahmen, einen signifikanten (teils dreifachen) Anstieg des Prolaktinspiegels verzeichneten.
Wirkmechanismus: Es enthält Tryptophan, eine Aminosäure, welche die Produktion von Prolaktin anregen kann.
Wichtiger Hinweis: Es fehlen umfassende westliche (wissenschaftliche) Studien.
Shatavari-Produkte sind als Pulver, Kapseln oder Granulat erhältlich, wobei auf den Zuckergehalt geachtet werden soll.

Dosierung bei induzierter Laktation:
In traditionellen Anleitungen wird Shatavari meist über einen längeren Zeitraum eingenommen, bevor die eigentliche Induktion begonnen wird.

Pulver (Churna): Meist 3–6 Gramm täglich, eingerührt in warme (Mandel-)Milch mit etwas Honig oder Ghee. Die Fette in der Milch dienen als Trägerstoffe für die Saponine.
Extrakt/Kapseln: Modernere Form, oft höher konzentriert. Üblich sind Dosierungen von 500–1000 mg Extrakt täglich.
Siddha Ghee: Ein medizinisiertes Butterfett, das oft für Massagen der Brust verwendet wird, um die lokale Durchblutung zusätzlich zur Einnahme zu fördern.

Induktion:

Phase 1: Die Vorbereitung (Vorgeschalteter Zyklus)
Dauer: ca. 4–8 Wochen vor dem geplanten Laktationsbeginn. In dieser Phase geht es darum, das Brustdrüsengewebe aufzubauen (Proliferation).
Shatavari: Beginn der Einnahme (ca. 3–5g Pulver oder entsprechende Kapseldosis täglich). Ziel ist es, den Prolaktinspiegel sanft anzuheben.
Mechanik: Noch kein intensives Pumpen, aber tägliche Brustmassagen (z.B. nach Marmet oder der Marmanyasa-Methode oder Mann an der Brust).

Phase 2: Die Induktionsphase (Das “Power-Pumpen”)
Dauer: 2–4 Wochen dem geplanten Laktationsbeginn. Hier wird dem Körper eine Geburt simuliert.
Shatavari: Die Dosis kann beibehalten oder leicht erhöht werden.
Mechanik: Einsatz einer elektrischen Doppelmilchpumpe in Intervallen.
Schema: 5- bis 8-mal täglich für ca. 15–20 Minuten pumpen.
Wichtig: Es geht anfangs nicht um die Menge der gewonnenen Milch (oft kommen nur Tropfen), sondern um die Frequenz der Stimulation.

Phase 3: Die Erhaltungsphase (die Brüstet geben Milch)
Shatavari: Weiterführung als Unterstützung, besonders wenn die Milchmenge stagniert.
Mechanik: Das Stillen/Melken ersetzt die Pumpe. Der Genuss der Hingabe und das Saugen der Milch aus der Brust löst die stärksten Oxytocin-Schübe aus.
---------
Noch einmal in anderen Worten: Dass jemand (oder eine größere Gruppe von Leuten) etwas als hilfreich darstellt, muss nicht zwingend bedeuten, dass das auch so ist. Weitaus besser sind kontrollierte Studien. Bitte belest euch also.

Zwei Fundstücke dazu:

Klinische Studien deuten darauf hin, dass Shatavari das „Milchhormon“ Prolaktin steigern und die Muttermilchproduktion erhöhen kann. Es wird entweder allein oder in Kombination mit anderen galaktagogen wirkenden Kräutern und/oder Mineral- und Vitaminpräparaten verwendet (Gupta & Shaw, 2011; Birla et al., 2022; Rajni et al., 2023; Joglekar et al., 1967; Sholapurkar, 1986; Sharma et al., 1996; Mehta, 2014).
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24363697/

Die Drugs and Lactation Database (LactMed®) bestätigt, dass „Shatavari eine lange Geschichte der Anwendung als Galaktagogum in Indien hat und im offiziellen ayurvedischen Arzneibuch für diese Anwendung aufgeführt ist“ (LactMed®, Wild Asparagus). Sie geben an, dass die meisten klinischen Studien mit Shatavari bei stillenden Frauen darauf hindeuten, dass es die Muttermilchproduktion nach der Geburt unterstützt, ohne dass unerwünschte Wirkungen berichtet wurden, obwohl seine Sicherheit nicht gründlich untersucht wurde.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK501813/
Sag mal Hertha, ich hab gehört, bei anderen Säugetieren gehen die Titten weg, wenn sie grad nicht säugen. Wozu sind 'n meine Titten da, wenn ich grad kein Kind dran hängen hab? (Augenklapper)
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Geniesser67
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Re: Shatavari (indischer Spargel)

Beitrag von Geniesser67 »

Christine hat geschrieben: Samstag 2. Mai 2026, 22:19 Bitte wie bei allen "Naturmitteln" mit den folgenden Informationen etwas vorsichtig umgehen, was "gefühlt" irgendwie wirken soll, ist vom Wert her noch lange nicht mit dem vergleichbar, was gute klinische Tests hergeben. Trotzdem, interessant ist es allemal:

Shatavari (indischer Spargel) gilt im Ayurveda (indische Volksheilkunde) als wirksames Galaktagogum, das die Prolaktinproduktion anregen und so die Milchbildung fördern kann. Studien zeigen angeblich, dass es den Prolaktinspiegel erhöhen, die Milchbildung unterstützen und den Hormonhaushalt allgemein ausgleichen kann (können soll). Es wird oft angewendet bei Kinderwunsch und in den Wechseljahren.

Die Wirkung von Shatavari auf Prolaktin: Steigerung der Milchproduktion: Shatavari wird traditionell eingesetzt, um die Milchmenge bei stillenden Müttern zu erhöhen.
Prolaktin-Anstieg: Eine Studie zeigte, dass Mütter, die 30 Tage lang Shatavari einnahmen, einen signifikanten (teils dreifachen) Anstieg des Prolaktinspiegels verzeichneten.
Wirkmechanismus: Es enthält Tryptophan, eine Aminosäure, welche die Produktion von Prolaktin anregen kann.
Wichtiger Hinweis: Es fehlen umfassende westliche (wissenschaftliche) Studien.
Shatavari-Produkte sind als Pulver, Kapseln oder Granulat erhältlich, wobei auf den Zuckergehalt geachtet werden soll.

Dosierung bei induzierter Laktation:
In traditionellen Anleitungen wird Shatavari meist über einen längeren Zeitraum eingenommen, bevor die eigentliche Induktion begonnen wird.

Pulver (Churna): Meist 3–6 Gramm täglich, eingerührt in warme (Mandel-)Milch mit etwas Honig oder Ghee. Die Fette in der Milch dienen als Trägerstoffe für die Saponine.
Extrakt/Kapseln: Modernere Form, oft höher konzentriert. Üblich sind Dosierungen von 500–1000 mg Extrakt täglich.
Siddha Ghee: Ein medizinisiertes Butterfett, das oft für Massagen der Brust verwendet wird, um die lokale Durchblutung zusätzlich zur Einnahme zu fördern.

Induktion:

Phase 1: Die Vorbereitung (Vorgeschalteter Zyklus)
Dauer: ca. 4–8 Wochen vor dem geplanten Laktationsbeginn. In dieser Phase geht es darum, das Brustdrüsengewebe aufzubauen (Proliferation).
Shatavari: Beginn der Einnahme (ca. 3–5g Pulver oder entsprechende Kapseldosis täglich). Ziel ist es, den Prolaktinspiegel sanft anzuheben.
Mechanik: Noch kein intensives Pumpen, aber tägliche Brustmassagen (z.B. nach Marmet oder der Marmanyasa-Methode oder Mann an der Brust).

Phase 2: Die Induktionsphase (Das “Power-Pumpen”)
Dauer: 2–4 Wochen dem geplanten Laktationsbeginn. Hier wird dem Körper eine Geburt simuliert.
Shatavari: Die Dosis kann beibehalten oder leicht erhöht werden.
Mechanik: Einsatz einer elektrischen Doppelmilchpumpe in Intervallen.
Schema: 5- bis 8-mal täglich für ca. 15–20 Minuten pumpen.
Wichtig: Es geht anfangs nicht um die Menge der gewonnenen Milch (oft kommen nur Tropfen), sondern um die Frequenz der Stimulation.

Phase 3: Die Erhaltungsphase (die Brüstet geben Milch)
Shatavari: Weiterführung als Unterstützung, besonders wenn die Milchmenge stagniert.
Mechanik: Das Stillen/Melken ersetzt die Pumpe. Der Genuss der Hingabe und das Saugen der Milch aus der Brust löst die stärksten Oxytocin-Schübe aus.
---------
Noch einmal in anderen Worten: Dass jemand (oder eine größere Gruppe von Leuten) etwas als hilfreich darstellt, muss nicht zwingend bedeuten, dass das auch so ist. Weitaus besser sind kontrollierte Studien. Bitte belest euch also.

Zwei Fundstücke dazu:

Klinische Studien deuten darauf hin, dass Shatavari das „Milchhormon“ Prolaktin steigern und die Muttermilchproduktion erhöhen kann. Es wird entweder allein oder in Kombination mit anderen galaktagogen wirkenden Kräutern und/oder Mineral- und Vitaminpräparaten verwendet (Gupta & Shaw, 2011; Birla et al., 2022; Rajni et al., 2023; Joglekar et al., 1967; Sholapurkar, 1986; Sharma et al., 1996; Mehta, 2014).
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24363697/

Die Drugs and Lactation Database (LactMed®) bestätigt, dass „Shatavari eine lange Geschichte der Anwendung als Galaktagogum in Indien hat und im offiziellen ayurvedischen Arzneibuch für diese Anwendung aufgeführt ist“ (LactMed®, Wild Asparagus). Sie geben an, dass die meisten klinischen Studien mit Shatavari bei stillenden Frauen darauf hindeuten, dass es die Muttermilchproduktion nach der Geburt unterstützt, ohne dass unerwünschte Wirkungen berichtet wurden, obwohl seine Sicherheit nicht gründlich untersucht wurde.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK501813/
Sehr interessant,
danke für deine Mühe Christine!
LG
:flash: #vampir#
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Mariposa
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Re: Shatavari (indischer Spargel)

Beitrag von Mariposa »

Hat jemand Erfahrungen damit gemacht?
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Christine
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Re: Shatavari (indischer Spargel)

Beitrag von Christine »

Zwei Fundstücke als Ergänzung, aber es sind eher Anregungen für eigene Suchen:
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Ist Shatavari ein Galaktagogum?
Asparagus racemosus, die gebräuchliche Bezeichnung für Shatavari, ist ein bekanntes Kraut, das in der traditionellen indischen Kultur als milchbildendes Mittel verwendet wird . Es findet auch in der ayurvedischen Medizin Anwendung. Trotz zahlreicher erhältlicher Zubereitungen war der Geschmack aufgrund des sehr bitteren Aromas von Shatavari stets ein Problem.
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https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/01443615.2025.2564168

Shatavari (Asparagus racemosus Willd)-Wurzelextrakt zur Förderung der Stillfähigkeit nach der Geburt: Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie

Hintergrund: Eine unzureichende Milchproduktion in der Zeit unmittelbar nach der Entbindung ist ein häufiges Problem. Shatavari (Asparagus racemosus), ein in der Ayurveda-Medizin hochgeschätztes Heilkraut, wird traditionell als milchbildendes Mittel eingesetzt. Ziel dieser Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit von Shatavari-Wurzelextrakt (SHT) auf die Milchbildung bei Frauen nach der Entbindung zu untersuchen.

Methoden: An dieser prospektiven, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie nahmen Frauen nach der Entbindung (≥ 37 Schwangerschaftswochen, im Alter von 20–40 Jahren) teil, die eine komplikationslose vaginale Entbindung oder einen Kaiserschnitt hatten und stillen wollten. Die Teilnehmerinnen erhielten 72 Stunden nach der Entbindung einmal täglich entweder Shatavari-Wurzelextrakt (SHT; 300 mg) oder Placebo (PL) in Form von Kapseln. Zu den primären Endpunkten gehörten die Zeit bis zum Auftreten einer spürbaren Brustfülle nach dem letzten Stillen und das nach 72 Stunden abgepumpte Gesamtmilchvolumen. Sekundäre Endpunkte waren die von der Mutter und vom Prüfer bewertete Zufriedenheit (z. B. spürbare Brustfülle, Wohlbefinden von Mutter und Kind), die anhand einer 5-Punkte-Likert-Skala erfasst wurde. Die Sicherheit wurde anhand von Berichten über unerwünschte Ereignisse beurteilt.

Ergebnisse: Von den 120 eingeschriebenen Teilnehmerinnen schlossen sieben Teilnehmerinnen (3 SHT, 4 PL) die Studie nicht ab, sodass ein Per-Protocol-Datensatz von 113 Frauen (57 SHT und 56 PL) vorlag. Die Ausgangsmerkmale waren zwischen den Gruppen vergleichbar. Die Zeit bis zum Auftreten einer spürbaren Brustfülle nach der letzten Stillmahlzeit war in der SHT-Gruppe signifikant kürzer (p = 0,002), und das Milchvolumen nach 72 Stunden war signifikant höher (p < 0,001). Die Zufriedenheit der Mütter mit dem Stillen war in der SHT-Gruppe höher (52,63 % gegenüber 25,00 %, p = 0,008). Die SHT-Teilnehmerinnen berichteten zudem von einer höheren Zufriedenheit mit dem Wohlbefinden des Säuglings. Die Forscher bewerteten das Wohlbefinden von Mutter und Säugling bei SHT höher als bei Placebo (80,70 % gegenüber 64,29 %). Es traten keine unerwünschten Ereignisse auf, und die Therapietreue war hoch.

Schlussfolgerung: Shatavari-Wurzelextrakt verbesserte das Milchvolumen und die Zufriedenheit der Mütter mit der Stillzeit, was auf sein Potenzial als sicheres, wirksames galaktagoges Mittel hindeutet.
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Sag mal Hertha, ich hab gehört, bei anderen Säugetieren gehen die Titten weg, wenn sie grad nicht säugen. Wozu sind 'n meine Titten da, wenn ich grad kein Kind dran hängen hab? (Augenklapper)
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